Trabelsdorf. Ein Genuss der ganz besonderen Art erwartet Freunde der Chormusik. Das russische Vokalensemble "Walaam" präsentiert Gesänge aus verschiedenen Jahrhunderten, geistliche Musik russischer Komponisten sowie altrussische Volksweisen.
Heimat des fünfstimmigen Ensembles ist das russisch-orthodoxe Kloster Walaam, das im 10. Jahrhundert auf der gleichnamigen Insel im nahe St. Petersburg gelegenen Ladogasee, dem grössten Süsswassersee Europas, gegründet wurde. Schon von jeher zog Walaam als einer Art gesitiges Energiezentrum Gottes- und Sinnsuchende magisch an. Nicht zuletzt zeugen die Relikte einer heidnischen Kultstätte aus grauer Vorzeit von der spirituellen Kraft dieses Ortes.
Eingebettet in eine paradiesische weitgehend intakt gebliebene Wald- und Seenlandschaft, entwickelte sich in dem Koster eine ganz eigene liturgische Musiktradition. Zum Teil nur mündlich überliefert, zum Teil handschriftlich festgehalten in einer komplizierten archaisch anmutenden Notenschrift, wurde dieser über lange Zeit vergessene "Klosterschatz" erst in unseren Tagen von Musikwissenschaftlern in mühevoller Kleinarbeit rekonstruiert, entschlüsselt und vertont.
Um so mehr begeistern die sonoren Stimmen des Walaamer Vokalensembles ihr heutiges Publikum mit einer Musik aus längst vergangener Zeit, die trotz Unterbrechung allen klösterlichen Lebens in Walaam während der kommunistischen Herrschaft erhalten blieb. Erst seit 1990 haben die Mönche das Hausrecht auf ihre Insel. Doch als Sie aus Ihrem Exil zurückkehrten, fanden sie die Klosteranlagen in einem verwahrlosten teilweise zerstörten Zustand vor.
Um die alte Gesangstradition wiederaufleben zu lassen, wurden im Jahre 1991 Studenten der Musikhochschule St. Petersburg in das Kloster eingeladen. Seit dieser Zeit nahm das Vokalensemble an mehreren Konzerten teil, die in den Kirchen, Köstern sowie Konzertsälen in Russland, Finnland und Deutschland stattfanden. Im Juli trat "Walaam" bei er Eröffnung des Festivals "Brandenburgische Sommerkonzerte", Berlin/Neuruppin auf.
Das Vokalensemble versteht sich dabei als Botschafter des Klosters, dessen Wiederaufbau mit den Einnahmen und Spenden aus den Konzerttourneen unterstützt werden soll.
Zu hören sind die fünf Vokalisten am Freitag, den 14. Dezember 2001 um 19:30 Uhr in der Trabelsdorfer Michaelskirche. Der Eintritt ist frei.