| Steigerwaldorte: Lisberg |
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Lisberg Südansicht
Egal aus welcher Himmelsrichtung man sich Lisberg nähert, sofort fällt dem Besucher der mächtige Bau der Burg Lisberg ins Auge. Sie wurde in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 820 erstmals erwähnt und gehört damit zu den ältesten unzerstörten Burgen Deutschlands. Die Burg befindet sich heute in Privatbesitz und kann nach telefonischer Anmeldung besichtigt werden. Im Burghof, der übrigens orginalgetreu mit Rasen und nicht mit Kopfsteinpflaster hergerichtet ist, finden hin und wieder Konzertveran- staltungen statt. Die Kath. Pfarrkirche "Hl. Dreifaltigkeit" vor der Burg wurde zwischen 1729 und 1756 errichtet. Vorher stand hier wohl eine Kapelle, welche als Grablege der Burgherren diente. Der neuromanische Altaraufbau kam 1890 als eine Gabe der Pfarrei Buttenheim nach Lisberg und die "Lisberger Madonna" Ende des 18. Jahrhunderts aus dem aufgelösten Dominikanerklosters in Bamberg. Südlich von Lisberg befindet sich auf einer Anhöhe der jüdische Friedhof mit ca. 130 Grabsteinen. Vom ehemaligen Totenhaus sind heute nur noch die Grundmauern und der Waschstein erhalten. Die letzte Beerdigung erfolgte hier im Jahr 1934. |
In Lisberg lebten - ebenso wie in Trabelsdorf oder Walsdorf - viele Juden. Um 1825 waren es 17 Familien, Anfang des Jahrhundert war diese Zahl jedoch erheblich geschrumpt, sodaß die längst nicht mehr benutzte Synagoge um 1910 verkauft wurde. Die letzte jüdische Frau zog 1940 in ein Alters- heim nach Regensburg und wurde von dort "nach Osten" deportiert. Der Eichelsee im Lisberger Unterdorf wurde früher im nördlichen Teil zu rituellen Waschungen verwendet, weshalb er im Volksmund auch "Judentauche" ge- nannt wird. Seit 1935 ist er jedoch zu einem Drittel zugeschüttet und seit 1963 überbaut.
Als einer der Veranstaltungs- höhepunkte kann das "Große Steiger- waldrennen" des Radsportvereins Bavaria Lisberg angesehen werden. Einmal jährlich trifft sich hier die bundesdeutsche Radsport-Elite um in verschiedenen Rennen um den Siegerkranz zu kämpfen. |
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