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Rathaus und "Oberes Tor"
Schon fast südlichen Flair vermittelt die schöne Platanenallee auf
Schlüsselfelds Marktplatz. Hier kann man sich an heißen Tagen im
kühlen Schatten auf einer der Bänke niederlassen und dem bunten
Treiben in den Straßencafés zuschauen.
Die Stadt wurde 1336 von Konrad von Schlüsselberg als "Slüzzelfeld"
gegründet. Kaiser Ludwig IV., der Bayer, verlieh seinem Freund und Berater
in einer in Reutlingen ausgestellten Urkunde die Stadtrechte für seine Siedlung
neben der Veste "Tunefeld". Daraufhin wurde ca. 1 km nordwestlich der Veste "Tunefeld"
die Stadt "Slüzzelfeld" gegründet und planmäßig ausgebaut.
Konrad von Schlüsselberg wurde 11 Jahre später bei einer Belagerung seiner
Burg Neideck durch die Bischöfe von Bamberg und Würzburg und den Burggrafen
von Nürnberg getötet, wodurch der Ort zu gleichen Teilen an die Bischöfe
von Bamberg und Würzburg fiel. Später jedoch ging er ganz in den Besitz der
Würburger Bischöfe über. Im 15. und 16. Jahrhundert gedieh Schlüsselfeld
zu einem kulturellen, wirtschaftlichen und kirchlichen Mittelpunkt.
Im 30jährigen Krieg wurde das Städchen immer wieder zerstört, erlebte aber
danach eine weitere Blütezeit. Die meisten monumentalen Wahrzeichen stammen aus dieser
Zeit.
Direkt am Marktplatz, neben dem Rathaus, befindet sich das "Obere Tor", eines der
Wahrzeichen Schlüsselfelds. Fürstbischof Rudolf von Scherenberg ließ
es im Zuge des Ausbaues der Stadtbefestigung von 1466 bis 1495 errichten. In späteren
Jahren wurde es immer wieder erweitert. 1684/89 erhielt der Turm ein drittes Stockwerk, in
dem eine Türmerwohnung eingerichtet wurde. Die Aufgabe des Türmers war die
Feuerkontrolle der Stadt. Der letzte Türmer Schlüsselfelds verstarb am
11. Juni 1837. Der Torwächter, der den Pflasterzoll erhob, bewohnte das Vortor.
Die Witwe des letzten Torwächters, die sogenannte "Torheinera" wohnte dort noch
bis ca. 1960.
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Die gotische Pfarrkirche St. Johannes des Täufers aus dem 14. Jahrhundert mit dem
Rokkokotabernakel von Peter Wagner und der Mariensäule, sollte in Ihren
Besichtigungsproramm nicht fehlen. An der Südwand der Kirche befinden sich die Grabplatten
von Wolff von Crailsheim (1556) und seiner zweiten Frau Elisabeth. Diese Platten wurden von
Jörg Riemenschneider, Stiefsohn des berühmten Bildhauers Tilmann Riemenschneider, erschaffen.
An der westlichen Stadtmauer befindet sich ein wahres Kleinod: die barocke Marienkapelle oder
Marienkirche. Mit dem Bau der Kirche wurde, wahrscheinlich nach
Plänen Balthasar Neumanns, um 1724 begonnen. Sie ersetzte die Vierzehnnothelferkapelle, die bereits
um 1484 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das Gnadenbild und die Gestaltung des Hochaltars
bilden eine exakte Kopie des Gnadenbildes in Maria Zell, weshalb die Kapelle auch "Klein
Maria Zell" genannt wird.
Besonders sehenswert ist das Schlüsselfelder Stadtmuseum. Eine breite Palette an
Exponaten laden zum Erleben und Erfühlen ein.

Pfarrkirche St. Johannes des Täufers
Doch auch das Umland von Schlüsselfeld bietet dem Besucher einiges. Ein Ausflug nach Aschbach
und Reichmannsdorf lohnt sich schon allein wegen der dortingen Schlösser. Schloß Reichmannsdorf
bietet dem Urlauber einen 18-Loch Golfplatz, der seinesgleichen sucht. Der Freizeitpark in
Geiselwind ist schnell erreicht, ebenso Schloß Pommersfelden.
Wandern kann man rund um Schlüsselfeld auf über 40 km gut ausgebauten und übersichtlich
beschilderten Wanderwegen durch eine traumhafte Landschaft. Angler finden in den Gewässern
Karpfen, Forellen und Aale, die auch in den vielen Gaststätten gut und preiswert angeboten werden.
Vielfältige Freizeitangebote machen Urlaub in Schlüsselfeld im Herzen des Steigerwaldes
auch für Familien zu einem schönen Erlebnis.
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