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Montag, 6. Februar 2012
Kloster Ebrach

Treppenhaus
Treppenhaus

Das Kloster Ebrach wurde als erstes rechtsrheinisches Zisterzienserkloster im Jahr 1127 gegründet. Die Besiedlung erfolgte vom vierten Stammkloster des Ordens Morimond in Frankreich. Abt Adam kam damals mit zwölf Mönchen in die Wildnis nach Oberfranken um dort eine neue Niederlassung des Ordens zu gründen.

Die erste Klosterkirche Ebrachs dürfte die kleine Michaelskapelle an der Nordseite des Querschiffes der heutigen Kirche sein, welche am 7. Oktober 1134 durch Bischof Embricho von Würzburg geweiht wurde. Die drei Grundsteine der berühmten Basilika des Klosters, welche die Symbole der heiligen Dreifaltigkeit trugen, wurden am 4. Juli 1200 gelegt. 1285 dürfte die Kirche vermutlich vom Würzburger Bischof von Sterberg geweiht worden sein.

Der Kirchenbau gilt als einer der großartigsten Werke frühgotischer Baukunst. Über dem kreuzförmigen Grundriss erhebt sich die dreischiffig gewölbte Basilika und ein Querhaus. An der Westseite des Kirchenschiffs befindet sich die farbenprächtige Fensterrosette, die als Weiterführung des Rosenfenster der Kathedrale Notre Dame in Paris gilt.

Ein weiteres großartiges Kunstwerk ist die große Rokokoorgel aus dem Jahr 1743 von J. Jh. Seuffert . Die Schnitzereien von A. Gutmann lassen den Geist der Rokokomusik deutlich werden.

Das Kloster Ebrach wurde als erstes der großen Barockklöster Frankens in zwei Abschnitten von 1687 bis 1698 und von 1715 bis 1735 errichtet. Leonard Dientzenhofer erschuf den östlichen Flügel und die zwei- geschossige Nordfassade, nachdem er Waldsassen fertiggestellt hatte.

Im zweiten Bauabschnitt wurde unter Josef Greising der Empfangsbau nach überarbeiteten Plänen Balthasar Neumanns errichtet. Das großartige Treppenhaus geht direkt auf Balthasar Neumann zurück. Das Vorbild hierfür ist in Schloß Weisenstein in Pommers- felden zu finden.

 

Der herrliche Kaisersaal, ebenfalls nach Plänen Balthasar Neumanns gebaut und mit Ebracher Marmor ausgestattet, bildet alljährlich einen würdevollen Rahmen für Konzerte des "Ebracher Sommers" und weitere festliche Anlässe.

Die ehemaligen Privatgemächer des Abtes beherbergen heute ein kleine, aber sehenswerte Dauerausstellung mit einigen wertvollen Exponaten und einem Modell der Klosteranlage um 1555.

Kaisersaal
Kaisersaal

Doch nicht nur kulturgeschichtliches gibt es vom Kloster Ebrach zu berichten. So soll der 42. Abt des Klosters, Alberich Degen, von einer seiner Reisen aus Transylvanien 1665 eine neue Traubensorte in die Weinberge Frankens gebracht haben: die Silvanerrebe. Allerdings sollen u.a. in Castell bereits 1659 Silvanerreben gewachsen sein.

Heute ist in den Räumen des Klosters eine Jugendvollzugsanstalt unter- gebracht. Daher sind Treppenhaus, Kaisersaal und Dauerausstellung nur in Führungen ( oft durch einen Vollzugsbeamten) zu besichtigen. Auf jeden Fall können Sie nach Beendigung der Führung sagen: "Ich war im Knast...".

 
Öffnungszeiten Klosterkirche:
15. April bis
31. Oktober
10:00 bis 12:00 Uhr
14:00 bis 18:00 Uhr
Von November bis März ist die Kirche für Besichtigungen geschlossen.
 
Führungszeiten Treppenhaus und Kaisersaal:
1. April bis
31. Oktober
täglich Führungen
um 10:30 und
14:30 Uhr

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Dokument zuletzt aktualisiert am: 25.10.2006 21:12:13
 
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