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Montag, 6. Februar 2012
     
 

Der Fuchs Gorad

Einst lebte in Abtswind ein reicher Mann namens Gorad. Dieser sagte immer wenn ihm etwas nicht passte: "Hol mi der wille Fuchs" ("Hol mich der wilde Fuchs"). Deshalb musste Gorad nach seinem Tod als Fuchs durch die Gegend von Abtswind streifen.

Der Fuchs ging immer ganz langsam und hatte einen langen Schwanz. Wurde er mit "Gorad" angerufen, so bleckte er die Zähne und ging weiter. Besonders gerne ließ er sich bei den abgelegten Kleidungsstücken der Mädchen und Frauen nieder, die in den Feldern arbeiteten.

An der Straße von Abtswind nach Wiesentheid saß eines Tages eine Frau mittags um zwölf Uhr, als der "dürre Fuchs" - wie er genannt wurde und auch heute noch genannt wird - vorbei kam. Die Frau rief dem Fuchs zu: "Gorad, was machst du denn da?". Der Fuchs richtete sich auf und antwortete der Frau: "Hät's nicht zwölf Uhr geschlagen, hätt' ich dir den Kopf 'rumgedreht". Danach ging er wie immer langsam seines Wegs.

Quelle: Klarmann und Spiegel, Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald
 
     
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